Letzte News

Forum für junge Sportler

BOXEN: Ausrichter BC Gütersloh stellt fünf Sieger beim Migrationsturnier

VON HENRIK MARTINSCHLEDDE

Gütersloh. Die Bilanz des ersten Migrationsturniers kann sich sehen lassen, insbesondere für die Ausrichter vom Box-Club Gütersloh. Die Lokalmatadoren gewannen in der Sporthalle Wiesenstraße fünf ihrer sieben Kämpfe und stellten am Ende mit Josef Coskunoglu (14) und Grigor Ter-Nersisjan (17) auch den besten Kämpfer bzw. den besten Boxer des Turniers.

Der gebürtige Armenier überzeugte das Kampfgericht mit seiner klar strukturierten Kampfweise, mit der er Fatih Yilmaz vom Boxring „Unser Fritz“ aus Wanne-Eickel in drei Runden überlegen nach Punkten besiegte. „Grigor hat auch die härtesten Schläge gesetzt“, lobte der Gütersloher Trainer Dr. Horst-Peter Strickrodt seinen Schützling.

Coskunoglu verdiente sich seine Trophäe dagegen mit Durchbeißer-Qualitäten, denn in der 2. Runde brach ihm sein Kontrahent Ertrog Yalzin vom Märkischen Boxring Hamm die Nase. Der Neuntklässler der Gütersloher Geschwister-Scholl-Schule kämpfte trotzdem weiter und ärgerte sich: . „In die lange Gerade bin ich auch noch selbst hineingelaufen.“ Nach dem Malheur riss sich der 14-jährige Aramäer zusammen, boxte diszipliniert weiter und spielte seine konditionellen Vorteile aus. Das reichte zu einem verdienten zweiten Sieg im dritten Kampf.

Vor die schwerste Aufgabe des Abends wurde Joschka Bambor (24) gestellt: Der Gegner des amtierenden NRW-Meisters aus Gütersloh, Eduard Seiferling vom BC Warendorf, war nicht nur deutlich größer, sondern auch sieben Kilogramm schwerer. Natürlich versuchte Seiferling, seinen Reichweitenvorteil auszuspielen, und Bambor hatte in dem Fight über drei Runden erhebliche Probleme, sich durchzusetzen. Mit guter Deckungsarbeit und gezielten Schlägen behielt er schließlich nach Punkten die Oberhand. Strickrodt war dennoch nicht ganz zufrieden: „Joschka ist weit unter seinen Möglichkeiten geblieben, aber das war jetzt für ihn der zehnte Kampf in kurzer Folge, er braucht eine Pause.“

Die beiden übrigen Gütersloher Siege gingen an die Youngster: Der elfjährige Ibragim Arsenov schlug den Bielefelder Erik Brunner, und der gleichaltrige Denis Becker setzte sich gegen Tamirlan Amkhadov vom BC Brackwede durch. Lediglich Eugen Faut gegen Pierre Willner aus Minden und Marcel Rempel gegen den Holzhausener Nick Bröcker mussten in Niederlagen einwilligen.

Insgesamt präsentierte der Gütersloher Box-Club den rund 300 Zuschauern in der Sporthalle Wiesenstraße fünfzehn Kämpfe mit Akteuren aus zehn verschiedenen Nationen, wobei insbesondere die in den höheren Alterklassen auf sehr ansehnlichem Niveau geführt wurden. „Damit ist unser Plan, jungen Boxern mit Migrationshintergrund, die nicht bei offiziellen Meisterschaften antreten dürfen, ein Forum zu bieten, aufgegangen“, zog Strickrodt ein positives Fazit. Mit Cheerleadern und Nummer-Girls hatte der Box-Club auch für ein attraktives Ambiente gesorgt.

Lediglich NRW-Meister Junus Arsenov (17) war nicht glücklich: Der Ringarzt hatte seinen Gegner, Thomas Basner aus Lengerich, aus gesundheitlichen Gründen nicht in den Ring gelassen.



© 2010 Neue Westfälische
Gütersloher Zeitung, Mittwoch 01. Dezember 2010

 

 
Facebook Twitter Google Bookmarks Linkedin 

Besucher

Heute145
Gestern306
Diese Woche1097
Diesen Monat2419
Gesamt506399
Gäste online 3
crawley logo